Was tun wenn man plötzlich Arbeitslos wird?

Foto: lichtmeister - Fotolia.com

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Jeder Arbeitnehmer kann plötzlich in die Arbeitslosigkeit rutschen. In den meisten Fällen liegt dies nicht an den Fähigkeiten des Arbeitnehmers, sondern an der konjunkturellen Situation eines Unternehmens oder einfach aus Willkür. So kann die Arbeitslosigkeit recht plötzlich kommen oder ein befristeter Vertrag wird einfach nicht verlängert.
Hier wollen wir Ihnen nun Tipps geben, wie Sie am besten reagieren auf die Arbeitslosigkeit und Ihnen zeigen welche Schritte Sie unbedingt in Angriff nehmen sollten und welche Möglichkeiten Ihnen offen stehen.

Arbeitslos – was nun als erstes tun?

Zunächst sollten Sie nicht niedergeschlagen sein. In den meisten Fällen liegt eine Kündigung nicht an der Inkompetenz des Arbeitnehmers, sondern an den Personalentscheidungen des Unternehmens und leider wird meist als erstes an diesem gespart. Sie sollten also nicht an Ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln und zuversichtlich in die Zukunft sehen.
Ihr erster Gang sollte aufs Arbeitsamt sein, damit Sie Unterstützung erhalten für die Zeit in der Sie auf Jobsuche sind. Sie sollten keine Angst haben sofort mit Hartz 4 auskommen zu müssen. Arbeitnehmer erhalten die ersten 12 Monate der Arbeitslosigkeit Arbeitslosengeld 1, ältere Arbeitnehmer können es sogar bis zu 24 Monate erhalten. Das Arbeitslosengeld 1 richtet sich nach ihrem alten Gehalt. So erhalten Sie mindestens 60 % Ihres alten Gehaltes, wenn Sie Kinder haben, dann erhalten Sie sogar mehr. Sie erhalten jedoch Arbeitslosengeld nur, wenn Sie bereits ein Jahr in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, dann kann es sein, dass Sie gleich Hartz 4 beziehen müssen und Ihr komplettes Vermögen offen legen müssen.


Wichtig ist natürlich auf die Absicherung der Krankenversicherung. So werden Ihre Beträge vom Arbeitsamt gezahlt und Sie sind weiterhin gesetzlich krankenversichert. Waren Sie vorher in einer privaten Krankenversicherung, dann wird auch hier der größte Teil bezahlt.
Sie sollten zudem sofort zum Arbeitsamt gehen, da Sie verpflichtet sind nach 3 Tagen bei plötzlicher Kündigung sich beim Arbeitsamt zu melden, ansonsten könnten Sie Ihren Anspruch verwirken. Wissen Sie schon länger über Ihre Kündigung Bescheid oder läuft Ihr Vertrag sicher aus, dann müssen Sie sich 3 Monate vor Arbeitsende melden, um die nötigen Fristen einzuhalten.

Kündigung anfechten

In aller erster Linie geht es bei einer Anfechtung nicht darum, dass Sie Ihren Job wieder bekommen, sondern darum eine Abfindung zu erhalten, um die Zeit zusätzlich zu überbrücken, in der Sie arbeitslos sind. So ist es in den meisten Fällen möglich eine Abfindung von Arbeitgeber zu bekommen. Oft sind Kündigung versehen mit Formfehlern und können so angefochten werden. Sollten Sie also plötzlich gekündigt werden, sollten Sie den Rat eines Anwaltes einholen, der sich im Arbeitsrecht auskennt. In den meisten Fällen sind Erfolgschancen in einem Prozess für Arbeitnehmer groß und es kommt nu selten bis zu einem Prozess, da die meisten Arbeitgeber lieber einen Prozess vermeiden und von selbst eine Abfindung bieten. Dies geschieht aber nur, wenn Sie einen gewissen Druck mit rechtlicher Hilfe ausüben. Sie sollten also durchaus einen Anwalt kontaktieren und Ihre Chancen prüfen, da Sie sonst Geld verschenken.

Initiative zeigen

Sind Sie erstmal arbeitslos, dann wollen Sie dies wohl nicht allzu lange bleiben. Deswegen müssen Sie Initiative in der Suche bei einem neuen Job zeigen. Natürlich hängt dieser Prozess stark von dem eigenen Beruf ab. In manchen Beruf mag es einfacher eine neue Stelle zu finden un in anderen Berufen leider nicht. Jedoch liegt es immer an Ihnen selbst einen neuen Job zu finden. Man sollte sich ausreichend im Internet über Jobbörsen informieren, in lokalen Zeitschriften Stellenanzeigen beachten und Bewerbungen zu Unternehmen schicken, auch wenn diese keine Stellenanzeigen geschaltet haben. Will man nicht lange arbeitslos bleiben, dann sollte man so viele Bewerbungen wie möglich abschicken, um die eigenen Chancen zu erhöhen. Oftmals erhält man nur auf wenige Bewerbungen überhaupt Antworten und wird auch nicht immer zum Vorstellungsgespräch eingeladen, doch Sie sollten nicht aufgeben und es immer wieder bei neuen Unternehmen versuchen.

Neue Wege beschreiten

Haben Sie nun viele Bewerbungen vergeblich abgeschickt und sind immer noch arbeitslos, dann gibt es auch durchaus andere Wege als einfach einen neuen Job zu suchen. Hat in gewissen Bereichen Fachwissen oder eine gute Geschäftsidee, dann kann es sich auch lohnen in die Selbstständigkeit zu wechseln, anstatt arbeitslos zu bleiben. Natürlich braucht man für ein solches Vorhaben auch ein gewisses Kapital. Ist dieses Kapital nicht vorhanden, dann wäre ein Kredit eine Möglichkeit mit der Selbstständigkeit zu beginnen. Es gibt auch besondere Kredite für Arbeitslose, daher müssen Sie keine Angst haben abgelehnt zu werden, nur weil Sie arbeitslos sind. Natürlich muss Ihre Geschäftsidee auch geeignet sein und wirtschaftlich sein. Nur wenn Sie zukünftige Renditen voraussagen können, durch einen guten Businessplan, dann werden Sie Förderung und Kredite erhalten, auch wenn Sie arbeitslos sind.
Natürlich ist die Selbstständigkeit nicht für jeden etwas und man kann auch andere Wege gehen.
Sie können auch über eine Weiterbildung in Ihrem Berufsfeld nachdenken oder noch einen völlig neuen Beruf erlernen. Die Möglichkeiten stehen Ihnen offen und Sie sollten sich nach Ihren eigenen Vorstellungen neu orientieren, falls Ihr alter Beruf keine Perspektive mehr hat oder Sie einen neuen Beruf erlernen wollen.

Sie sehen auch wenn Sie plötzlich arbeitslos werden, sollten Sie nicht verzweifeln. Es gibt viele Möglichkeiten und neue Perspektiven, die Ihnen offen stehen. Sie müssen nur Ihre Chancen ergreifen und Initiative ergreifen bei der Jobsuche.

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Eine Antwort auf “Was tun wenn man plötzlich Arbeitslos wird?”

  1. Nicole

    Okt 13. 2014

    Gut geschriebener Artikel. Allerdings sollte man als Arbeitsloser Kredit vermeiden so gut wie es geht, denn kommt es dann mal zu einem Engpaß, ist die Insolvenz eigentglich schon vorprogrammiert. Dann kann man je nach Fall vielleicht sogar noch rechtliche Probleme bekommen. Dann lieber langsam und in kleinen machbaren Schritten die Idee umsetzen, als alles auf eine Karte zu setzen. LG Nicole

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