Vermögen aufbauen – geht das heute noch?

Foto: ag visuell - Fotolia.com

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Viele Menschen würden gern ein zumindest kleines Vermögen aufbauen und dafür auch gern sparen. Das Sparen ist eine der Tugenden, die in unserem Land zum einen hoch angesehen, weiterhin auch sinnvoll und notwendig ist. Gerade für den Wohlstand im Alter sollte man einen langfristigen Vermögensaufbau einplanen. Und ganz nebenher ist es auch angenehm zu wissen, dass trotz durchschnittlichem Einkommen der Aufbau von Vermögen letztlich realisierbar ist. Gewusst wie heißt das Motto – dann geht das mit dem Vermögen fast wie von allein. Statistisch betrachtet sind wir Deutschen ein Sparer-Völkchen, denn allein im Jahr 2012 legte der durchschnittliche Deutsche etwa 14,4 Prozent seines Einkommens für den Vermögensaufbau an. Warum gelingt das anderen, nur mir nicht? Die Frage könnte man sich schnell stellen. Folgende kleine Tipps zu berücksichtigen, verhilft schon zu einem angemessenen Sparverhalten, das dann letztlich mit einer ansehnlichen Geldsumme auf der hohen Kante belohnt wird.

Tagesgeldkonto statt Sparbuch

Eines vorweg: das altgediente Sparbuch gehört nichtmehr zu den empfehlenswerten Geldanlagen. Wer vom Sparbuch nicht ganz weg möchte, sollte zumindest dahingehend umstellen, dass das Spargeld auf ein Tagesgeldkonto mit deutlich besserer Verzinsung kommt. Das Tagesgeldkonto bietet ansonsten alle Flexibilität, die auch ein Sparbuch hat. Man kann jederzeit an sein Geld, wenn das notwendig erscheint, die Verzinsung des Tagesgeldes ist aber weitaus attraktiver als beim Sparbuch. Das Tagesgeldkonto dient aber in diesem Fall weniger dem Vermögensaufbau als der Bevorratung eines Notgroschens für alle Fälle.

Empfehlungen von Finanzexperten gehen dahin, dass man ca. drei Netto-Monatseinkünfte auf dem Tagesgeldkonto für den Fall den Fälle parken sollte. Die dringende Auto- oder Waschmaschinenreparatur oder auch andere unvorhergesehene Ausgaben können so leichter geschultert werden. Klar, dass man das Konto immer dann wieder auffüllt, wenn Ausgaben aus diesem getätigt werden mussten. Durch dieses Tagesgeldkonto lassen sich Kredite – oder noch teurer: Dispozinsen – vermeiden und das spart bares Geld.

Wichtig: Zinseffekte

Für das Sparen ist der Zinseffekt das Wichtigste. Der erste Euro bildet die Basis, denn auf diesen erfolgt bereits eine Verzinsung. Damit man für das Alter eine Zusatzrente von monatlich 400 Euro zur Verfügung hat, benötigt man rund gerechnet 100.000 Euro, die verzinst werden und so eine Ausschüttung der notwendigen Zusatzrente ermöglichen. Gerade deshalb ist der Zinssatz so wichtig, denn je höher er ist, umso geringer muss die monatliche Sparanlage ausfallen, um an das gewünschte Ziel zu gelangen. Wer vier Prozent Verzinsung bei seiner langfristigen Sparanlage erzielen kann, muss 30 Jahre lang nur 145 Euro monatlich ansparen, um letztlich auf diese Summe von 100.000 Euro bzw. die monatliche Rente von 400 Euro zu kommen. Steht man schon 10 Jahre vor der Rente und hat bisher nichts angespart, muss man schon mit 679 Euro monatlich in die Tasche langen, um die Sparsumme für die Zusatzrente noch zu erzielen. Je früher und je besser verzinst, desto besser sind die Ergebnisse beim Vermögensaufbau – auch wenn das in jungen Jahren nicht immer ganz einsehbar ist.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt der Zinsgutschrift bei langfristigen Anlagen. Es gibt Anbieter, die monatliche Zinsgutschriften erteilen, die sich dann mit Zins und Zinseszins schneller zu einem kleinen Vermögen aufbauen. Bei quartalsweiser Zinsgutschrift ist die Verzinsung für den Anleger dementsprechend ungünstiger, denn hier werden die Zinsen alle drei Monate gutgeschrieben und erst dann erfolgt der Zinseszins-Effekt jeweils.

Regelmäßigkeit ist gefragt

Wer spart, sollte das regelmäßig tun. Zum einen hat man hierbei einen Gewöhnungseffekt. Man weiß einfach, dass zum Anfang eines Monats eine bestimmte Geldsumme auf das Sparkonto wandert und rechnet mit diesem Geldbetrag nicht mehr. Zum anderen kann man nur durch Konsequenz und Regelmäßigkeit eine ordentliche Geldsumme ansparen. Ein Dauerauftrag ist ideal, um das Ansparen überhaupt nicht erst zu vergessen oder aber aufgrund von reizvollen Angeboten im Handel einfach mal einen Monat mit dem Sparen auszusetzen. Geld, das einfach abgebucht wird, ist schnell aus den Augen und man denkt einfach nicht mehr über die Verwendungsmöglichkeiten nach, die man sonst damit gehabt hätte.

Sicherheit beim Sparen – gefragter denn je

Börsencrashs haben in den letzten Jahren gelehrt, dass Sicherheit beim Ansparen von Vermögen manchmal der bessere Weg gegenüber dem schnellen Geld sein kann. Die Regel beim Sparen lautet ganz einfach, dass eben die riskantesten Anlagen, bei denen man unter Umständen auch das gesamte Vermögen verlieren kann, mit hohen Verzinsungen attraktiv gestaltet werden. Gerade dann, wenn man auf den soliden Aufbau von Vermögen setzt, sollte man sich auch über die Sicherheit der eigenen Anlagen informieren. Generell ist die Regelung in Deutschland so, dass Sparer eine gesetzlich zugesicherte Einlagensicherung von 100.000 Euro nach EU-Recht genießen. Wer im Ausland anlegen möchte, sollte auch bei guten Zinsversprechen genau prüfen, wie die Einlagensicherung gehandhabt wird. Generell sollte man die Marke von 100.000 Euro als abgesicherte Summe voraussetzen können – und dann auch nicht über diese Summe hinweg investieren.

Anlagen in Aktien können sehr gewinnbringend sein – aber sie sind eben auch sehr spekulativ. Die Börsennachrichten der letzten Jahre haben gezeigt, dass auch Unternehmen, die als vermeintliche Sieger an die Börse gingen, letztlich zurechtgestutzt wurden. Anlagen in Aktien sollte man nur dann durchführen, wenn man selbst – und nicht lediglich der auf Provisionsbasis arbeitende Berater der Bank – Ahnung und Zeit für die Beobachtung des Marktes hat – und das ist für Laien eine umfassende Aufgabe. Gleiches gilt auch für den derzeit so hoch beworbenen Devisenhandel. Auch wenn hier gerade Laien angeworben werden – die Sieger sind in den meisten Fällen die Anbieter, nicht die privaten Investoren.

Fondssparen – gute Rendite

Wertpapieranlagen haben aber natürlich nicht nur Nachteile. Wer der Inflation bei dem Vermögensaufbau begegnen möchte, muss sich auch mit Wertpapieranlagen beschäftigen. Gerade Fondssparpläne sind für Anleger mit langem Atem sehr gut. Investiert ein Anleger 30 Jahre lang in deutsche Aktienfonds, dann sind nach Expertenaussage 6,4 Prozent Rendite erzielbar und so summieren sich monatlich 100 Euro als Sparanlage mit dieser Verzinsung in 30 Jahren zu mehr als 100.000 Euro Geldsumme. Allerdings sollte man sich hier bei der Anlage an seriöse und qualifizierte Berater halten, denn nebenberufliche Berater bei Banken, die auf Provisionsbasis die Aktienfonds an Sparer vertreiben, sind nicht die besten Berater für diese Anlageform. Gründliche Recherche für den individuellen Bedarf und umfassende Beratung zeichnen den guten Berater aus. Und es ist eben auch wichtig, dass man hier auf Langfristigkeit setzt, denn durch Börsenturbulenzen sind die Renditen für kurze Anlagezeiträume schlecht.

4 Antworten auf “Vermögen aufbauen – geht das heute noch?”

  1. Jan

    Jul 25. 2013

    Ich denke in der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je sich selbst ein Vermögen aufzubauen. Die Finanzkrise hat uns gelehrt, wie schnell in anderen Ländern Pensionen oder Renten gekürzt werden. Warum sollten wir davon verschont bleiben? Und selbst wenn wir noch eine Rente bekommen ist es fraglich ob sie durch die Inflation nicht in einigen Jahren nahezu wertlos ist. Je früher man anfängt zu sparen, desto mehr Chancen hat man sich gut auf den Ruhestand vorzubereiten und sich auch hier und da ein wenig Luxus leisten zu können.

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  2. Stefan

    Sep 23. 2013

    Insgesamt ein guter Artikel – allerdings sind die Zinsen für konventionelle Anlagen z.Zt. so gering dass es sich fast nicht mehr lohnt das Geld so anzulegen. Wer so spart und 1%Zinsen bei einer Inflation von 1,5% bekommt, der spart sich arm!
    Alternative: regelmäßig(!) Sparen in (Aktien-)Fonds oder ETFs, dabei streng auf die Gebühren achten! Sonst verdient u.U. die Bank
    bei jedem Kauf einen fetten Ausgabeaufschlag.
    Und Aktien sind aus meiner Sicht keine Zockerpapiere wie CFDs oder manche Zertifikate sondern vermutlich sicherer als so manche (Geldwert-) Anlage.

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  3. Björn

    Aug 04. 2014

    Vermögen aufzubauen und das rechtzeitig ist sehr wichtig.

    Der Artikel vermittelt gute wehrte. Wie zum Beispiel Regelmäßigkeit. Wenn man nur einmal spart bringt es nichts.

    Mit Tagesgeld und Sparkonten ist würde ich sagen nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

    Tagesgeld ist etwas flexibler als das Sparbuch. Jedoch sind die Zinsen nicht (immer) höher als beim Sparbuch. Hier muss man die verschiedenen Anbieter vergleichen.

    Aber ansonsten ein guter Artikel.

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