Hochbeete: Tipps für Bepflanzung und Pflege

Sich gesund und natürlich ernähren, zu fast jeder Jahreszeit Gesundes in greifbarer Nähe aus einem eigenen Gesundbrunnen ernten zu können – wer hat nicht schon einmal von einem Kultivieren gesunder Gemüse- und Obstsorten vor der eigenen Haustür geträumt – der eigenen Gesundheit und angesichts eines oft knappen Haushaltbudgets auch dem schmalen Geldbeutel zuliebe. Bioaktive Inhaltsstoffe im Gemüse unterstützen das Immunsystem, halten Darm und Gefäße gesund und wehren sogar Krebszellen ab. Doch vielen bleibt der Traum angesichts beengter Wohnverhältnisse und fehlenden Gartens scheinbar verwehrt. Dabei ist doch beides auf einmal schnell und relativ einfach auf kleiner Fläche zu bewerkstelligen, aber wie?

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Ein Raumsparwunder

Viel mehr als zwei Quadratmeter braucht es nicht, um den Traum vom eigenen Gemüseanbau selbst auf einem größeren Balkon oder kleiner Terrasse Wirklichkeit werden zu lassen. Hochbeete haben Hochkonjunktur und liegen bei vielen Menschen voll im Trend, die gesundheitsbewusst leben wollen und sich ein Stück vom Supermarkt um die Ecke unabhängiger machen wollen.

Dabei braucht es nicht viel, um sich die Vorfreude auf eigenes Gemüse, Beeren und Kräuter, die während der ganzen Saison frisch geerntet werden können, nach Hause zu holen. Gartencenter und Gartenfachhandlungen bieten mittlerweile ein umfangreiches Sortiment an Fertigbausätzen an, die selbst an handwerklich relativ ungeübte Hände keine allzu große Herausforderung stellen. Schon mit rund 50 Euro ist der Gartenfreund mit kleineren, einfach ausgestatteten Modellen dabei. Fertig-Modelle aus Holz oder Kunststoff sind schnell aufgebaut und auch ein Eigenbau mit Materialien aus dem Baumarkt lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick an einem Tag bauen.

Allerdings: Bis zu vierstelligen Beträge müssen für größere Luxusausführungen mit automatischer Bewässerung, Folientunnel, Rasengitter rundum und einer Befüllung mit hochwertiger Erdschicht auf den Tisch geblättert werden.

Die gängigsten preisgünstigen Modelle kommen mit einer Länge von bis zu zwei Metern und 1,20 Metern Länge aus, für Balkone darf es auch etwas kleiner sein. Bezüglich der idealen Höhe gilt folgende Faustregel: Obere Kante des Beetes auf Beckenhöhe.

Warum Hochbeet?

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Wenn für jedes Stück Gemüse nur ein Euro veranschlagt wird, kann von einem Ernteertrag von 30 bis 50 Euro pro Jahr ausgegangen werden.

Die zahlreichen Vorteile bei der Kultivierung von Nutzpflanzen haben das Hochbeet zu einem wahren Renner unter den Hobbygärtnern werden lassen.

Viele Gartenfachmagazine, Garten-Blogs und Hobbyforen sind voll des Lobes über die neue grüne Allzweckwaffe an der Gesundheitsfront.
So verweist garten-freunde.com auf einen bis zu dreimal höheren Ertrag durch die bessere Erwärmung des Beetes, da die Sonneneinstrahlung von mehreren Seiten einwirken kann und zu erhöhter Verrottungswärme für die Beet-Befüllung führt. Ernteperioden sind daher länger, sie setzen im Frühjahr circa vier bis sechs Wochen früher ein und enden Herbst circa vier bis sechs Wochen später. Die natürliche Nährstoffzufuhr aus der Befüllung macht eine zusätzliche Düngung entbehrlich.

Meingartenversand.de führt die hüfthohe Arbeitshöhe beim Gärtnern auf dem Hochbeet ins Feld. Sie bietet gerade für ältere und rückengeplagte Gartenfreunde einen nicht zu unterschätzenden Vorteil, Arbeiten und Ernten können in entspannter Haltung verrichtet werden. Außerdem können Essensreste, Bio-Abfälle, Rasenschnitt, allerlei Baumschnitt und andere Pflanzenreste aus dem Garten beim Befüllen eines Hochbeetes einer sinnvollen Weiterverwertung zugeführt werden und liefern dauerhaft Kultur-Nährstoffe zum Nulltarif. Beim Zersetzungsprozess der organischen Stoffe entsteht Wärme, die für ein gesundes Kleinklima im Beet sorgt und für die Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen schafft.

In zwei Wochen zur ersten Ernte

Dabei muss die Geduld des „Hobbybauern“ auf keine große Probe gestellt werden. Bereits rund zwei Wochen nach Aussaat liefern einige schnellwüchsige Gemüsesorten wie Rauke oder Radieschen erste Ernteergebnisse. Rucola keimt unter günstigen Bedingungen schon nach vier bis fünf Tagen, erste Blätter können bereits nach zwei Wochen gepflückt werden. Um eine optimale Ausnutzung der Sonneneinstrahlung zu erreichen, sollte das Hochbeet idealerweise in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet sein, mit direkter Sonnen-Einwirkung in den Morgenstunden und Beschattung ab der Mittagszeit. Die gewählte Fläche sollte ebenerdig und von allen Seiten bequem zugänglich sein. Ein Wasseranschluss in der Nähe ist ideal.

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Bio-Küchenabfälle sind mit ihren Nährstoffen für das Hochbeet nützlich und liefern wertvollen Humus.

Viel natürlicher Abfall im Garten fällt im Herbst und Frühling an. Daher sind die beiden Jahreszeiten ideal für eine Neuanlage oder ein Nach-Befüllen.
Die höchsten Pflanzen sollten in der Beet-Mitte ihren Platz finden, umrahmt von mittelhohen Arten, den niedrigen ist der Randbereich vorbehalten. Bei Beeten, die nur von einer Längsseite zugänglich sind, gehören kulissenartig die hohen Pflanzen nach hinten und die niedrigsten z.B. Salat oder Radieschen nach vorne.

Schicht für Schicht

Beim Befüllen sollte an eine Auskleidung mit Folie im Randbereich gedacht werden, um schneller Austrocknung vorzubeugen. Außerdem ist das Anbringen von einem zurecht geschnittenen Stück Maschendrahtzaun im Bodenbereich empfehlenswert, um ein Eindringen von Wühlmäusen zu verhindern.
Die Höhe der einzelnen Schichten richtet sich dabei nach der Höhe des Hochbeets, grundsätzlich sollten die Schichten von unten nach oben immer feinstrukturierter werden:

  • Unterschicht: etwas gröbere Äste – darauf kleinere Zweige und Sträucher-Schnitt
  • Zweite Schicht: z.B. Häckselgut, Rindenmulch, Grünabfälle, Laub, Grasschnitt, leicht verrottende Kartonage wie Eierkartons
  • Mittlere Schicht: Grober Kompost oder Mist als natürlicher Dünger
  • Deckschicht: fertige Komposterde und Garten-/ Humuserde gemischt im Verhältnis 1:1; Muttererde
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Ein Klassiker für das Hochbeet ist Pflücksalat. Es gibt viele verschiedene Sorten mit grünen, roten oder mehrfarbigen Blättern, die glatt oder gekraust sein können.

Damit der Boden nicht zu stark absackt, sollte jede eingebrachte Schicht gegossen, planiert und verfestigt werden. Um allzu schnelle Austrocknung des Beetes zu verhindern und nicht ständig wässern zu müssen, bietet sich das Einstecken von mehreren mit Wasser gefüllte Flaschen kopfüber in das Beet an. Alternativ kann auch eine Folienabdeckung der Bodenoberfläche die gleiche Funktion erfüllen.

Alle vier bis sechs Jahre muss die Erde nachgefüllt werden, da durch den natürlichen Verrottungsvorgang die Befüllung absackt.
Nach der letzten Ernte im Spätherbst kann absterbendes Pflanzenmaterial im Beet belassen werden, da es als Mulch die Dünger-Grundlage für die nächste Pflanzsaison darstellt und im zeitigen Frühjahr als Humus untergegraben wird.

Bilder:
Abbildung 1: pixabay©Desertrose7 (CCO 1.0)
Abbildung 2: pixabay©markusspiske (CCO 1.0)
Abbildung 3: pixabay©Ben_Kerckx (CCO 1.0)
Abbildung 4: pixabay©edar (CCO 1.0)


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Letzte Aktualisierung am 18.09.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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