Die wichtigsten Fakten zur Haltung und Fütterung für Pferdekäufer

Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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Mit dem Pferdekauf stehen auch viele Fragen ins Haus, die geklärt werden wollen. Denn egal ob Sie Ihr Pferd in einem Pensionsstall einstallen oder in Eigenregie halten, das Wohl Ihres Tieres liegt Ihnen am Herzen. Und dabei spielen eine artgerechte Haltung und die richtige Pferdefütterung eine wichtige Rolle.

Eine artgerechte Haltung für Ihr Pferd – Die Grundvoraussetzungen

Damit Sie Ihr Tier artgerecht halten können, sollten Sie sich mit den Grundbedürfnissen eines Pferdes auseinandersetzten. Pferde sind vor allem Lauf- und Herdentiere. Das bedeutet, dass sie viel Bewegung an der frischen Luft und Sozialkontakt zu anderen Pferden brauchen. Ebenso wichtig ist, dass Pferde Dauerfresser sind. Ihr Verdauungssystem ist auf eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme über den Tag hinweg ausgelegt. Daraus folgt, dass die ideale Haltung für Pferde viel Platz und eine Herde benötigt. Ob die Tiere eher robust oder in einem Stall gehalten werden, hängt von der Rasse und der Nutzung des Tieres ab.

Boxenhaltung

Die meisten Pferde in Deutschland werden in Boxen mit Weidegang gehalten. Dabei sollte die Box für ein Pferd ca. 3,5×3,5 Meter sein. Nur so ist gewährleistet das Ihr Pferd ausreichend Platz und genügend Frischluft zur Verfügung hat. Des Weiteren sollten Sie darauf achten, dass die Wände glatt sind, damit sich Ihr Pferd nicht verletzt. Da Pferde Herdentiere sind, sollte der Sozialkontakt auch innerhalb der Boxen sichergestellt sein. Daher ist es wichtig, dass nur der Bereich bis zur Brust geschlossen und der obere Teil der Box mit Gitterstäben versehen ist. So ist gewährleistet, dass sich die Pferde hören, sehen und riechen können. Bei den Gitterstäben muss darauf geachtet werden, dass diese eng genug stehen. Denn sonst besteht Verletzungsgefahr für Ihr Pferd, da es mit den Hufen oder dem Kopf zwischen den Stäben hängenbleiben kann. Noch mehr Informationen finden Sie hier. Neben der Box sollte ausreichend Fläche für den Auslauf zur Verfügung stehen. Denn auch die Bewegung ist für das Pferd sehr wichtig . So kann die Herde ihren Sozial- und Lauftrieb ausleben. Egal ob Koppel oder Paddockfläche bei dem Auslauf sollten Sie darauf achten, dass die Fläche frei von Giftpflanzen oder anderen Gefahrenquellen ist.

Boxenhaltung Pferde

Offenstallhaltung

Bei der Offenstallhaltung befindet sich die Herde das ganze Jahr über im Freien. Dabei stehen auf der Gesamtfläche verschiedene Bereiche zur Verfügung. So ist es wichtig, dass Sie den Pferden mindestens einen Witterungsschutz zur Verfügung stellen. Jedoch sollten Sie bedenken, dass die Pferde Platz zum Ausweichen brauchen. Denn gelegentlich wird ein rangniederes Tier nicht geduldet und dieses muss die Möglichkeit haben in einen anderen Bereich auszuweichen. Der Witterungsschutz sollte idealerweise an drei Seiten geschlossen sein. Weiterhin wichtig sind Bäume oder andere Unterstände, die Schatten spenden. Mehre Heuraufen und Tränkmöglichkeiten sind ebenso notwendig für eine artgerechte und stressfreie Offenstallhaltung. Die Offenstallhaltung entspricht am ehesten den natürlichen Bedingungen eines Pferdes. Jedoch ist sie nicht für alle Pferde und Reiter gleichermaßen geeignet.

Offenstallhaltung

Weitere Formen der Pferdehaltung

Zwischen diesen beiden Hauptformen der Pferdehaltung gibt es noch weitere Abwandlungen. So können Sie Ihr Pferd beispielsweise in Laufstallgemeinschaft integrieren. Hierbei werden die Pferde in einem Stall gehalten, der nicht in einzelne Boxen aufgeteilt ist, sondern die Gesamtfläche steht jedem Pferd zur Verfügung. Hier erhält Ihr Vierbeiner ausreichend Bewegung und Sozialkontakte. Denn auch die Bewegung ist für das Pferd sehr wichtig. Wie bei der Offenstallhaltung ist im Laufstall darauf zu achten, dass Ausweichmöglichkeiten, vor allem beim Saufen und Fressen, zur Verfügung stehen. Bei der Paddockboxenhaltung ist an die Box ein Paddock angegliedert. So kann Ihr Pferd entscheiden, wann es drinnen beziehungsweise draußen stehen möchte. Zudem ist der Bewegungsradius deutlich größer als bei einer normalen Boxenhaltung und der Sozialkontakt kann über die Paddockabgrenzung hinweg gepflegt werden.

Die verschieden Futterarten – Ein Überblick

Neben der artgerechten Haltung ist die richtige Fütterung besonders wichtig für ein gesundes und vitales Pferd.

Es gibt vier Futterarten:Ratgeber Pferdefutter

  1. Raufutter,
  2. Saftfutter,
  3. Kraftfutter
  4. und Mineralfutter.

1. Zu dem Raufutter gehören Stroh und Heu sowie Heulage und Silage. Steht Ihr Pferd in einer Box, welche mit Stroh eingestreut ist, ist eine zusätzliche Gabe von Stroh nicht notwendig. Zudem sollte Ihr Pferd jeden Tag 1,5 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpergewicht erhalten. Lassen Sie Ihrem Pferd dabei ausreichend Zeit und Ruhe zum Fressen. Das Gewicht lassen Sie am besten von einer mobilen Pferdwaage bestimmen, dann können Sie auch die anderen Futtermittel entsprechend dosieren.

2. Zu den Saftfutterarten gehören frisches Gras sowie Obst und Gemüse. Wobei letzteres nur in Ausnahmefällen und in geringen Mengen gefüttert werden sollte. Der tägliche Weidegang sollte eine ausreichende Menge an Gras sicherstellen. Vitamin- und Mineralfutter kann in den meisten Fällen weggelassen werden oder durch einen einfachen Leckstein angeboten werden. Fehlt dem Pferd Salz oder Mineralien, bedient es sich oftmals selbstständig am Leckstein. Solche Futtermittelergänzungen sind nur sinnvoll, wenn Sie Ihr Pferd über mehre Stunden täglich sportlich trainieren.

3. Unter Kraftfutter werden Quetschhafter, Mais, Weizenkleie Gerste und Rübenschnitzel sowie Fertigmüslis verstanden. Achten Sie darauf die Kraftfuttermenge Ihrem Pferd anzupassen. Dabei ist das Augenmerk auf das Alter, den Trainingszustand und das Temperament des Pferdes zu legen. Als Faustregel gilt, dass ein Pferd pro Arbeitsstunde 1,5 Kilogramm und Ponys pro Arbeitsstunde ein Kilogramm Kraftfutter erhalten. Jedoch sollten Sie darauf achten wie Ihr Vierbeiner das Futter verarbeitet und die Ration gegeben falls anpassen. Hilfestellung für die richtige Futterauswahl erhalten Sie von erfahrenen Pferdehaltern oder Ihrem Tierarzt. Auch die meisten mobilen Pferdewaagen bieten mittlerweile eine Futterberatung an.

 

Pferdefutter

Urheberrecht: alexiakhruscheva / 123RF Stockfoto

Weitere Fütterungstipps

  • Neben der richtigen Zusammensetzungen des Futters ist auch die Dosierung wichtig. So sollten Sie die Futterration auf mehre Portionen aufteilen und diese über den Tag verteilt füttern. Zum einen entspricht dies dem natürlichen Beschäftigungsverhalten, zum anderen ist der Pferdedarm auf eine konstante Arbeit ausgelegt. Bei längeren Fresspausen mit anschließenden großen Portionen kann es zu Problem im Magen-Darm-Trakt des Pferdes kommen. Diese können schlimmstenfalls tödlich enden.
  • Auch direkt vor oder nach dem Reiten sollten Sie Ihr Pferd nicht füttern. Ebenso sollten Futterumstellungen und das Anweiden langsam erfolgen, damit sich Ihr Pferd beziehungsweise dessen Verdauungssystem an das neue Futter gewöhnen kann.
  • Fast noch wichtiger als eine ausgewogene Fütterung ist die Versorgung mit Wasser. Denn pro 100 Kilogramm benötigt Ihr Pferd zwischen fünf und zwölf Litern Wasser. Der Bedarf schwankt je nach Witterung und Trainingszustand. Steht Ihrem Pferd keine Selbsttränke zur Verfügung, muss das Wasser in Trögen zur Verfügung gestellt werden. Diese sollten regelmäßig gereinigt und wieder aufgefüllt werden.

Restliche Bilder: Pixabay.com/de

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