Gartenpalmen winterfest machen

Immerhin bis -10 Grad ‚gartenfest‘: Die Keulenlilie (Bild: www.palmenmann.de)

Immerhin bis -10 Grad ‚gartenfest‘: Die Keulenlilie (Bild: www.palmenmann.de)

Wenn man so wie ich dieses Jahr im Herbst in Asien war, wird einem als Palmenliebhaberin ganz besonders bewusst, um wie viel wärmer das Klima dort ganzjährig ist. Das Überwintern der Palmen ist dort schlicht kein Thema.

Das Resort, in dem ich meinen Urlaub verbracht habe, war als asiatischer Garten angelegt, in dem Palmen und andere exotische Pflanzen einfach so wachsen, die bei uns auch einen milden Winter nicht überleben würden.

Als ich dann vor kurzem wieder nach ‚Good Cold Germany‘ zurückkam, war es höchste Zeit, meine Palmen winterfest zu machen bzw. ins Haus oder die Garage zu holen.

Im Folgenden habe ich Ihnen meine Tipps für den Winterschutz Ihrer Palmen zusammengestellt.

Nicht alle Palmen müssen über den Winter ins Haus

Zunächst müssen nicht alle Palmen ins Haus geholt werden, denn es gibt durchaus solche, die winterhart sind und problemlos draußen überwintern können. So hat zum Beispiel der Anbieter Palmenmann.de eine ganze Reihe frostfester Palmen im Angebot.

Ich konnte immerhin 14 Palmensorten zusammentragen, die bis wenigstens -15 Grad frostfest sind. Die Nadelpalme hält sogar spürbar kältere Temperaturen aus (bis über -20 Grad).

Meine Liste der bis mindestens -15 Grad frostfesten Palmen (nach ABC):

  • Blaue Hesperidenpalme (Brahea armata)
  • Blaue Nadelpalme (Thritrinax campestris)
  • Chilenische Honigpalme (Jubaea chilensis)
  • Geleepalme (Butia capitata)
  • Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)
  • Kretische Dattelpalme (Phoenix theoprastii)
  • Marmor-Hanfpalme (Trachycarpus princeps)
  • Mazari-Palme (Nannorhops ritchiana)
  • Nadelpalme (Rhapidophyllum hystrix)
  • Vulcano-Zwergpalme (Chamaerops humilis Vulcano)
  • Wagners Hanfpalme (Trachycarpus wagnerianus)
  • Wollige Geleepalme (Butia eriospatha)
  • Zwergpalme (Chamaerops humilis)
  • Zwergpalmetto (Sabal minor)

Sie sehen also, dass manche Palmen durchaus bis zu einem gewissen Grad Frost vertragen können. Wer diese winterharten Palmen dann noch an einem sonnigen und windgeschützten Platz im Freien pflanzt oder aufstellt, kann sie in der Regel guten Gewissens draußen überwintern lassen.

Weitere Faktoren sind

  • die Größe und das Alter einer Palme (je älter und größer eine Palme ist, umso kälteresistenter ist sie in der Regel auch)
  • die Frage ob die Palme in einem Kübel steht oder in die Erde ausgepflanzt wurde (da die Wurzeln der Palme am kälteempfindlichsten sind können diese in einem Kübel wesentlich schneller ‚erfrieren‘, als in der Erde)
  • die Länge einer Kälteperiode (eine etwas kältere Nacht vertragen Palmen besser, als Dauerfrost)

Aber bleiben wir realistisch – wir sprechen über deutsches Klima. Wenn man so wie ich einige sehr temperaturempfindliche Palmen im Garten hat, wie zum Beispiel meine geliebten Zwergdattelpalmen oder der kanarische Drachenbaum, die beide keinen Forst vertragen, dann muss man sich rechtzeitig vor Winterbeginn um sie kümmern.

In meinem Fall heißt das, dass die kälteempfindlichsten Palmen in die Garage kommen. Ihre Wurzeln werden zusätzlich mit Rindenmulch zugedeckt und der Topf mit Folie umwickelt. Beides soll vor allem die empfindlichen Wurzeln schützen.

Die Garage ist dabei nicht ganz optimal, weil es in ihr trotz großer Fenster relativ dunkel ist. Aber leider sind die Palmen für meinen Wintergarten mittlerweile zu groß. Und bisher haben sie die Winter in der Garage jeweils gut überstanden.

Palmen frostfest machen

Winterharte Zwergpalme (Bild: www.palmenmann.de)

Winterharte Zwergpalme (Bild: www.palmenmann.de)

Meine Keulenlilie und die (noch) kleine Königinpalme sind immerhin bis -8/-10 Grad frostfest. Sie dürfen zwar draußen bleiben, werden aber relativ aufwändig winterfest gemacht:

  • Die Blätter werden locker zusammengebunden
  • Die Wurzeln werden wie bei den Palmen in der Garage mit Rindenmulch bedeckt.
  • Sinkt die Temperatur unter -5 Grad werden diese Palmen außerdem komplett mit Luftpolsterfolie verkleidet. Dabei ist es wichtig, die Palmen nicht zu eng zu umwickeln und Lüftungsmöglichkeiten in der Ummantelung vorzusehen. Außerdem sollte die Folie an sonnigen Tagen und wenn die Temperatur wieder dauerhaft auf über -5 Grad steigt abgenommen werden, um Fäulnisbildung zu vermeiden.

Um zu wissen, wann es Zeit für die einzelnen Maßnahmen ist, kann man ein Thermometer mit Maximum-Minimum-Anzeige an der Palme anbringen. Dieses Thermometer zeigt die jeweilige Tageshöchst- und Tagestiefst-Temperatur an.

Um einen gewissen Puffer zu haben, empfiehlt es sich, kälteschützende Maßnahmen, wie dass Umwickeln mit Folie bereits dann vorzunehmen, wenn die Tiefsttemperatur noch ca. 5 Grad über der für die jeweilige Palme möglichen Tiefsttemperatur liegt.

Beispiel: Die Keulenlilie verträgt zwar offiziell bis zu -10 Grad, wird von mir aber bereits bei -5 Grad eingepackt.

Abschließend noch ein paar Worte zum Thema gießen und düngen im Winter

Palmen benötigen während der Winterzeit deutlich weniger Wasser. Gießt man sie im Winter weiterhin genauso stark wie im Sommer, besteht die Gefahr, dass die Wurzeln anfangen zu faulen. Gleiches gilt für das Düngen: Während der gesamten Winterzeit benötigen Palmen kaum Nährstoffe, so dass Düngen nicht nur unnötig, sondern sogar schädlich ist.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Garten frühlingsfit machen: Das steht im März an! - 23. März 2015

    […] eines kleinen Gewächshauses überlegen. So wird die Pflanzzeit erheblich verlängert und selbst Kübelpflanzen können hier überwintert werden. Leider ist die Anschaffung nicht ganz billig, doch mit dem Kreditrechner von smava findet man […]

Hinterlasse einen Kommentar