Baustile für ein neues Haus

Wer ein Haus bauen möchte, der sieht sich als Bauherr großen Herausforderungen gegenübergestellt. Form und Ausstattung sind vielen Trends unterworfen. Ob modern oder klassisch – Baustile für Häuser sind so vielfältig, dass sich die aktuellen Trends immer wieder wandeln.

Für welche Hausform Sie sich letztendlich entscheiden ist eine persönliche Entscheidung, die sehr stark von eignen Geschmack und dem Bebauungsplan des Baugebietes getragen wird. Welcher Baustil bei Ihnen bevorzugt genehmigt wird, dass können Sie im Bebauungsplan einsehen.

Welche Baustile gibt es für Häuser?

Neue Trends bei Häusern

Derzeit stehen besonders kubische Häuser im Bauhausstil hoch in der Gunst. Ein klare Formsprache, mit Putz in verschieden Farben oder mit Holzverkleidung werden mit großen Glasflächen individuell gestaltet. Die Dachformen reichen von Flachdächern mit und ohne Neigung, mit und ohne Überständen bis zum klassischen Satteldach mit und ohne Überstand. Hausformen, die sich früher schon bewährt haben, lassen sich umweltgerecht und ökologisch anpassen. Während Häuser im Norden der Republik eher mit Klinkerfassaden verziert werden, dominiert im Süden Holz.

Unser Lesetipp: Der Bausstil – Schlicht und klar! – mit vielen Informationen rund um die verschiedenen Baustile.

Grundformen für Häuser

Im Rahmen des örtlichen Bebauungsplanes achten die Behörden im Bauamt darauf, dass sich die Häuser in einem Baugebiet nicht allzu stark voneinander unterscheiden. In diesem Rahmen können Sie trotzdem verschiedene Hausformen umsetzen.

  • Einfamilienhäuser werden dem Platzbedarf einer Familie gerecht. In der klassischen Bauweise besitzen sie zwei Stockwerke und einen Eingang. Auf dem umliegenden Grundstück können Terrasse, Garten und Garagen individuell angelegt werden.
  • Doppelhäuser verfügen über zwei separate Eingänge, die das Doppelhaus in je zwei Doppelhaushälften teilen. Doppelhäuser werden anderthalbgeschossig oder zweigeschossig gebaut. Eingangsbereich, Wohnfläche und Garten grenzen an das Nachbargrundstück. Garagen befinden sich oft seitlich der jeweiligen Doppelhaushälfte.
  • Der Baustil von Bungalows stammt aus den 60er Jahren. Das eingeschossige Gebäude wird in eine gerade Bauweise oder ein winklige Bauweise unterschieden. Bei Winkelbungalows lässt sich die Terrasse von zwei Zimmern aus betreten. Ebenerdige Bungalows können durchaus einen Keller besitzen oder mit einer Garage unterkellert sein. Auch das Flachdach ist nicht obligatorisch, sondern kann durch ein Sattel- oder Walmdach ersetzt werden.
  • Der Wohnstil im mediterranen Haus stammt aus dem Mittelmeerraum und bietet auf mehreren Etagen großzügige Räume und viel Licht. Der Baustil zeichnet sich durch sanft geneigte Dächer aus. Das Toskana Haus, griechische Klassik mit Säulen und Dreieckssgibel oder auch eine Finca mit Rundbögen, Terrasse und schlanken Säulen sind sehr beliebt. Dachüberstände verhindern, dass sich die Hausfassade im Sommer zu stark aufheizt.
  • Bauten im Landhausstil werden oft auf freien Flächen bevorzugt. Sie bieten viel Platz für eine Großfamilie. Ein Landhaus zeichnet sich durch eine große flexible Raumgestaltung und eine zeitlose Fassade aus. Die Formenvielfalt reicht von einen typischen Bauernhaus im Süden über ein Landhaus mit Pultdach, eine Villa oder ein Landhaus im Palaisstil – keine Bauform ist neben Einfamilienhäusern so vielfältig wie das Landhaus.
  • Stadthäusern können durch moderne kubische Formen einen Akzent in der bereits bestehen Bebauung setzen oder mit einer mediterranen Bauweise einen Blickpunkt setzen. Stadthäuser müssen dem vorhandenen Platz und dem Baugrund angepasst werden. Dementsprechend vielfältig ist der Baustil für Stadthäuser.

Reihenhäuser

Das Reihenhaus

Der Baustil kommt besonders in neu erschlossen Baugebieten mit Siedlungscharakter zum Einsatz. Mehrere Einfamilienhäuser werden dabei im Verbund erstellt, sodass eine Häuserzeile entsteht. Dieser Baustil gilt als sehr kostengünstig, da die Häuser Wand an Wand miteinander verbunden sind. Nachteile ergeben sich bei der räumlichen Begrenzung im Eingangsbereich und des Garten, was zu einer Lärmbelastung führen kann.

Baustile im Norden

Traditionell werden Häuser im Norden mit rotem Klinker, Fachwerk oder weißen Giebeln gebaut. Die Dächer sind steil geneigt und der First ist mit Schmuckelementen verziert. Die Holzbalken des Fachwerks werden farbig abgesetzt. Mit Reed gedeckte Dächer werden im Nord- und Ostseeraum bevorzugt eingesetzt und sind in einigen Gebieten sogar Vorschrift.

Baustile im Süden

Im Voralpenland dominiert der süddeutsche Baustil mit Fensterläden zum klappen, breiten Satteldächern mit Überstand und viel Holz. Nicht nur die Fensterläden werden aus Holz gefertigt, sondern auch die gesamten Balkone, wobei die Fassade im Erdgeschoss mit Putz verziert ist. Der dominierende Charakter von Holz kommt auch beim Innenausbau mit Holzdecken und Vertäfelungen zum Tragen.

Bauweisen

Die verschiedenen Baustile lassen sich bei einem Neubau auf vielfältige Weise umsetzen. Wenn Sie sich für eine Hausform entschieden haben, können Sie Ihr Haus vom Architekten planen lassen, sich für ein Fertighaus oder ein Haus aus einem Bausatz entscheiden. Architektenhäuser werden nach Ihren eignen Vorgaben gefertigt. Sie sind Unikate, was sich auch im Preis niederschlägt. Kostengünstiger ist ein Fertighaus mit vorgefertigten Elementen, die durch ein Firma aufgestellt werden oder ein Bausatz zum selbst aufstellen. Die Bauteile werden zuvor nach standardisierten Maßen in einer Fabrik gefertigt. Je nach Wunsch können Fundamente und Kellerräume vorab selbst erstellt werden.

 

Bilder:

Haus mit Vorgarten – emetzner130 / Pixabay.com

Reihenhäuser – McLac2000 / Pixabay.com


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