Ab wann braucht mein Kind eine Zahnspange?

Etwa 40 Prozent der Kinder in Deutschland weisen Fehlstellungen im Bereich der Zähne auf. Viele Eltern scheuen dem Besuch beim Kieferorthopäden dennoch zunächst, weil sie fürchten, dass die Investition beziehungsweise Anschaffung einer Zahnspange nicht förderlich für das Kind sei. Es bestehen meist eine Menge Zweifel und Vorurteile.
Geht es Ihnen ähnlich? Dann werden im Folgenden für Sie einige Aspekte aufgelistet, die faktisch zum Thema Zahnspange passen und die die ganze Thematik vielleicht in ein besseres Licht rücken.

Welches ist das beste Alter für eine Zahnspange?

Zahnfehlstellungen bei Kindern

Man kann und sollte sein Kind bereits im Vorschulalter, sprich, zwischen vier und sechs Jahren, wenn noch das Milchgebiss besteht, untersuchen lassen. Denn bereits hier können Sie schon sehr früh und präventiv eine Feststellung machen, ob sich Kiefer, Gebiss und Zunge richtig entwickeln und zusammenarbeiten, und bei Bedarf involvieren. Besteht zum Beispiel ein Kreuzbiss, so sollten Sie jetzt schon mit der Behandlung beginnen, um später unnötige Last zu meiden.

Was viele nicht wissen: Das beste Alter für eine kieferorthopädische Therapie gilt zwischen neun und elf Jahren – wenn das sogenannte Wechselgebiss besteht. Da ab dem Alter von neun bei Ihrem Kind elementare Wachstumsprozesse im Körper einsetzen, ist es sinnvoll, hier mit einer konkreten Therapie zu beginnen.

Die Wachstumsphase ist nicht davon abhängig, ob im Gebiss primär Milchzähne oder schon richtige Zähne sitzen. Vielmehr geht es darum, die Entwicklung des Körpers zu nutzen, um das optimale Ergebnis zu erzielen. Die Wachstumsphase endet bei Mädchen pauschal früher als bei Jungen, bei Mädchen mit etwa 14 Jahren. Während der Phase der Wechselzähne ist es möglich, eine spezielle kieferorthopädische Therapie anzusetzen.

Diese besteht in der Regel aus der Kombination einer herausnehmbaren Spange sowie einer fest im Mund sitzenden Spange. Ob eine festsitzende oder eine lose Spange zum Einsatz kommt, wird zwar immer nach der Schwere der Diagnose entschieden, jedoch lässt sich pauschal sagen, dass die Tendenz während der Zeit des Wechselgebisses eher in Richtung lose Zahnspange geht – was insbesondere dann ein Motivationsfaktor für Ihr Kind sein dürfte, wenn es Angst hat, wegen der Spange gehänselt zu werden. Natürlich ist auch eine Untersuchung und Therapie zu einem späteren Zeitpunkt möglich.

Wenn bei Ihrem Kind bereits das “späte Wechselgebiss” vorliegt, können Sie selbstredend auch noch eine Therapie starten – diese verläuft allerdings in der Regel langsamer, wenn auch genau so effektiv.

Feste Zahnspange

Lose Zahnspange

Wie genau läuft die Behandlung zunächst ab?

Anamnese
Hier lernt der behandelnde Orthopäde Ihres Kindes Sie besser kennen. Gewohnheiten, Eigenarten etc. werden erfragt und erfasst.

Untersuchung
Eine Art Erstuntersuchung, bei der Wachstum, Kariesbefall und die Stellung des Kiefers konkretisiert werden

Externe Untersuchung
Untersuchung außerhalb des Mundes, bezieht sich auf Lippen- und Wangenmuskulatur

Untersuchung von Lippenschluss, Mund- und Nasenatmung

Kiefermodell: Anfertigung und Diagnostik
Mittels Wachs wird der Kiefer Ihres Kindes eins zu eins nachgefertigt. Hier kann der Kieferorthopäde Ihnen genau aufzeigen, wo eventuelle Fehlstellungen liegen und wie man diese gegebenenfalls beheben kann.

Röntgendiagnostik
Mittels 3D Bildern aus verschiedenen Perspektiven können weitere Diagnostiken ermöglicht werden

Gesichts- und Mundfotos
Dokumentationsverlauf und Fortschritt der Behandlung Ihres Kindes werden festgehalten.

Sie sehen also, dass die Behandlung mit einer Zahnspange keinesfalls so schmerzhaft und nötigend ist, wie man sich das vielleicht vorstellt.
Insbesondere jüngere Kinder können bei Bedarf narkotisiert werden, weiterhin dürfen Sie alle Fotos und Dokumente, die während der Therapie entstehen, selbst mit nach Hause nehmen und überprüfen.

Weitere Informationen

Nachzulesen sind weitere wichtige Indikatoren natürlich beim Kieferorthopäden selbst oder auf Smart-teeth.com oder der Seite Eltern.de.

Angst vor Mobbing bei meinem Kind – berechtigt?

Damit stehen Sie nicht allein dar, keine Sorge! Geht man nach Statistiken, so ist davon auszugehen, dass über die Hälfte aller Eltern bei einer Behandlung zögert, weil sie Angst vor sozialen Spannungen haben, die ihr Kind erleiden könnte.
Doch diese Sorge erweist sich meist als unbegründet:

  • Beginnt man früh genug mit der Behandlung, so dauert diese nur ein bis zwei Jahre
  • Mittlerweile haben in Deutschland über 50 Prozent der Kinder zwischen elf und vierzehn Jahren bereits eine Spange getragen, dies ist also keine Seltenheit mehr
  • Es gibt die Möglichkeit einer herausnehmbaren Spange, die nur nachts getragen werden muss (abhängig vom Schweregrad der Fehlstellung)
  • Bei zusätzlicher Zahlung ist auch die Anfertigung durchsichtiger Modelle möglich, die man bei Ihrem Kind kaum sieht
  • Langfristig gesehen ist ein ästhetisches Gebiss auf Dauer schöner!

Wie sieht es mit der Kostenübernahme durch die Krankenkasse aus?

Hierüber wird Sie Ihr Kieferorthopäde sicher auch informieren: Die Fehlstellungen des Kiefers werden in sogenannte Kieferindikationsgruppen (KIG) eingeteilt, die sich nach dem Schweregrad der Fehlstellung richten. Gezahlt wird von den Krankenkassen zum zum Leidwesen Vieler erst ab KIG drei. Kritiker sprechen hierbei oft von einem “Erbsenzählsystem”, da man auf den Millimeter genau abmessen muss, um festzustellen, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt oder nicht.

Aber seien Sie unbesorgt: Die ersten beiden Stufen KIG eins und KIG zwei sind meist kleinere Probleme, die sich in einem Zeitraum von unter zwei bis drei Jahren vollständig korrigieren lassen.

Der Eigenanteil der Eltern
Beruft sich auf 20 Prozent. Haben diese mehrere Kinder gleichzeitig, die in Behandlung sind, so sinkt der Anteil auf zehn Prozent pro Kind.
Dieser Betrag ist monatlich zu zahlen, bis die Behandlung nachgewiesen erfolgreich abgeschlossen ist.
Sodann bekommen Sie als Eltern den gezahlten Antrag zurück erstattet.

Wichtig zu wissen: Tritt kein Behandlungserfolg ein, weil der Patient nicht ausreichend mitgearbeitet hat, so kann die Erstattung des Geldes verwehrt werden!
Um weiteren Kosten vorzubeugen, ist die Erstattung einer vorherigen kieferorthopädischen Zusatz Versicherung vielleicht auch für Sie wichtig, damit kein finanzielles Debakel entsteht.

Was müssen Sie in Ihrer Rolle als Elternteil beachten?

Die richtige Unterstützung Ihrer Kinder ist natürlich, besonders in frühem Alter, notwendig.

Zu beachten gilt:

  1. Ihr Kind positiv zur Mitarbeit zu animieren (regelmäßiges Tragen herausnehmbarer Spangen, regelmäßige Besuche beim Kieferorthopäden)
  2. Darauf achten, dass die Zahnspange hygienisch behandelt und regelmäßig abgespült wird
  3. Ihrem Kind die Angst nehmen und die Bedeutung der Therapie verständlich machen

Lesetipp: Ein attraktives Lächeln für mehr Lebensqualität!

Bildernachweis:
Zahnspange – guentherbraun – CC0 Public Domain / Pixabay.com
Kind – bruloos – CC0 Public Domain / Pixabay.com

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Eine Antwort auf “Ab wann braucht mein Kind eine Zahnspange?”

  1. Amalia B

    Jan 09. 2017

    Als Kind hatte ich auch eine Zahnspange. Im Nachhinein bin ich froh um die geraden Zähne. Seitdem hat die Kieferorthopädie sich ja noch um einiges weiterentwickelt und meine Kinder haben es beim Kieferorthopäden um einiges leichter http://grinsekatz-kfo.de/nienburg

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